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Blog · Gesundheit

Lohnt sich eine PKV-Beitrags­vorauszahlung für Angestellte?

25. Juni 20265 Min. LesezeitSubdirektion Merz & Partner
Gesundheit

Bis zu drei Jahresbeiträge im Voraus zahlen und ordentlich Steuern sparen, das klingt verlockend. Ob es sich für Sie als Angestellter wirklich lohnt, hängt von einigen Punkten ab.

Die kurze Antwort vorweg: Es kommt darauf an.

Wenn es Ihnen vor allem darum geht, Steuern zu sparen, kann eine Beitragsvorauszahlung sinnvoll sein, besonders in einem Jahr mit hohem Einkommen. Sind Sie oder Ihr Partner aber gerade in der Familienplanung, sollten Sie vorsichtig sein: Die Vorauszahlung senkt Ihr zu versteuerndes Einkommen und kann so ungewollt Ihr späteres Elterngeld verringern. Schauen wir uns an, worauf es ankommt.

Wie die Vorauszahlung funktioniert

Als privat Krankenversicherter dürfen Sie Ihre Beiträge zur Basisabsicherung bis zum Dreifachen des Jahresbeitrags im Voraus zahlen, also bis zu 36 Monatsbeiträge auf einmal. Diese Summe können Sie im Jahr der Zahlung in voller Höhe als Sonderausgaben absetzen.

Der eigentliche Clou kommt in den Folgejahren: Weil dann keine Krankenversicherungsbeiträge mehr anfallen, wird wieder Platz frei, um andere Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend zu machen, etwa Berufsunfähigkeits-, Haftpflicht- oder Unfallversicherung. Viele Versicherer gewähren zusätzlich einen Rabatt (Skonto) auf die Vorauszahlung.

Gut zu wissen für Angestellte: Ihren steuerfreien Arbeitgeberzuschuss zur PKV erhalten Sie weiterhin monatlich, auch wenn Sie die Beiträge bereits im Voraus gezahlt haben.

Wann sich die Vorauszahlung lohnt

  • check_circleHohes zu versteuerndes Einkommen: Je höher Ihr persönlicher Steuersatz, desto größer die Ersparnis, ideal in einem Jahr mit Bonus oder Sonderzahlung.
  • check_circleWeitere Vorsorgeaufwendungen: Wenn BU, Haftpflicht & Co. sonst steuerlich untergehen, werden sie in den Folgejahren wieder absetzbar.
  • check_circleSkonto des Versicherers: Ein Rabatt auf die Vorauszahlung ist bares Geld, zusätzlich zum Steuereffekt.
  • check_circleVorhandene Liquidität: Sie haben das Geld ohnehin verfügbar und möchten es sinnvoll einsetzen.

Wann Vorsicht geboten ist

  • infoFamilienplanung & Elterngeld: Die Vorauszahlung senkt Ihr zu versteuerndes Einkommen. Da sich das Elterngeld am Nettoeinkommen vor der Geburt orientiert, kann Ihr Elterngeld dadurch niedriger ausfallen.
  • infoLiquidität: Sie binden für bis zu drei Jahre einen größeren Betrag. Das Geld steht Ihnen in dieser Zeit nicht mehr zur Verfügung.
  • infoKünftige Beitragserhöhungen: Steigt Ihr Beitrag, müssen Sie die Differenz nachzahlen, die Vorauszahlung friert den Beitrag nicht ein.
  • infoNur für privat Versicherte: Für gesetzlich Krankenversicherte ist dieses Modell nicht nutzbar.

Unser Rat

Die Beitragsvorauszahlung ist ein starkes Werkzeug, aber kein Selbstläufer. Ob sie sich für Sie lohnt, hängt von Ihrem Steuersatz, Ihrer Lebensplanung und Ihrer Liquidität ab. Am besten rechnen wir das gemeinsam für Ihre Situation durch, idealerweise mit Ihrem Steuerberater an einem Tisch.

Lohnt sich die Vorauszahlung für Sie?

Wir rechnen Ihren Steuervorteil und den passenden Zeitpunkt gemeinsam durch, ehrlich und auf Ihre Situation zugeschnitten.

arrow_forwardMehr zur Krankenversicherung

Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Versicherungsberatung. Ob und in welcher Höhe eine Vorauszahlung steuerlich anerkannt wird, hängt vom Einzelfall ab; bitte stimmen Sie sich mit Ihrem Steuerberater ab.